FORSCHUNGEN DES INSTITUTS REZZARA ÜBER DIE INTERESSEN DER ALTEN

Die im Jahr 1990-91 durchgeführte Umfrage (722 Formular von 1.079) hat folgende Ergebnisse gegeben: die Besucher haben erklärt, daß sie (jetzt) ein regeres gesellschaftliches Leben haben, als vor der Universität, da sie mehr lesen (70%), mehr Dokumetarberichte im Fernschen schauen (74,80%), öfter ausgehen und mehr mit den Mitmenschen sprechen (84,4%).

Außerdem ist ihre gesellschaftliche Beteiligung größer geworden: seitdem sie die Universität besuchen, interessieren sie sich mehr für die Probleme ihrer Stadt und nehmen mit festerer Überregung an den kulturellen Initiativen der Stadt teil (54,36%). Noch interessanter sind die Ergebnisse der Umfrage von dem Jahr 1991-92 (766 Formulare von 1.159). Die Besucher sollten darüber nachdenken, wie sie die Zeitung lasen, und über bestimmte Haltungen (eigene Ideen, Dialogfähigkeit, Ruhe, wenn man eine Verantwortung übernimmt) vor und nach dem Besuch der Universität. Was den ersten Punkt betrifft, hat sich eine Abnahme des Interesses für Sport und Mode (von 24,54% auf 18,67%) und für Nachrichten (von 62,40% auf 52,61%) und ein größeres Interesse für Kultur (von 50,13% auf 65,79%), Wirtschaft (von 15,53% auf 25,58%), Außen- (von 16,18% auf 22,58%) und Innenpolitik (von 44,25% auf 50,13%) ergeben. Was das Sozialverhalten betrifft, sind die Ergebnisse noch interessanter. Die Urteilsfähigkeit und die eigenen Ideen (Meinungen) vor dem Besuch der Universität waren "null" für 2,08% und "wenig" für 31,33%. Nach dem Besuch der Universität waren das "null"-Prozent auf 0,65% und das "wenig"-Prozent auf 4,43% gesunken.

Die zweite Frage nach der Dialogfähigheit wurde im Formular genau angegeben, indem man hier den Dialog als die Fähigkeit bezeichnete, "zuzuhören und dann die eigene Meinung auszudrücken, ohne sich durchsetzen zu wollen", und indem man die Analyse auf den Dialog mit den Jugendlichen über Konflikthemen wie Politik und Religion begrenzte.

Die Ergebnisse haben die alten bestätigt: vor dem Besuch der Universität behaupteten 1,83% der Besucher, keine Dialogfähigkeit und 31,33% wenig Dialogfähigkeit zu haben; nach dem Besuch der Universität ist das "null"-Prozent auf 0,39% und das "wenig"-Prozent auf 4,83% gesunken.

Die dritte Frage nach einem ruhigen Seelenzustand, wenn man Verantwortungen übernimmt (das Engagement soll hier betont werden) hat folgende Ergebnisse gegeben: vor der Universität waren das "null"-Prozent 6,78% und das "wenig"-Prozent 27,28%; nach dem Besuch der Universität war das "null"-Prozent auf 10,44% gesunken. Es wäre auch interessant, auch die positiven Antworten zu prüfen, in denen das "viel"-Prozent für die Urteilsfähigkeit von 7,18% auf 22,32%, für die Dialogfähigkeit von 7,83% auf 23,10% und für eine ruhige Übernahme von Veranwortungen von 7,05% auf 15,93% gestiegen ist.

Ich glaube, daß die angegebenen Daten zeigen, wie die Ziele der Universität bestätigt worden sind. Man wird sagen, daß es eine Tendenz gibt, sich selbst positiv zu urteilen. Das gilt aber für jede psychosoziale Untersuchung. Auf jeden Fall ist es schon positiv, daß die Leute ein besseres Urteil über sich selbst haben, da die unentbehrliche Voraussetzung für die soziale Tätigkeit ist (aus DAL FERRO G., Le Università della terza età. Finalità, organizzazione, risultati, Rezzara, Vicenza, 1992, Seiten 75-84).