Maria Montessori

 



 Kurzbiografie

Maria Montessori, eine italienische Pädagogin (Chiaravalle, Ancona, 1870 - Noordwijk aan Zee, Holland 1952). promovierte 1896 zum Doktor der Medizin. Sie arbeitete als Assistenzärztin in einem Krankenhaus. und übte später den Beruf der Allgemeinmedizinerin aus. Sie wurde von der deutschen kaiserlichen Familie in Berlin eingeladen und lernte in London Silvia Pankhurst und die Königin Victoria kennen. Von 1898 bis 1900 beschäftigte sie sich mit der Erziehung von geistig behinderten Kindern. Dazu benutze sie mit großem Erfolg Materialien zur Sensibisisierung der Sinne. Die "Doktorin" Montessori (wie sie sinngemäß das ganze Leben über genannt wurde) bereitete die geistig behinderten Kinder auf die Grundschulabschlussprüfung vor, ohne dass die Prüfungskommission ihre geistige Behinderung bemerkte. Maria Montessori lehrte an der Universität der Geisteshygiene und widmete sich auch der Erziehung von den geistig gesunden Kindern. 1907 wurden die "Montessori Kinderhäuser" gegründet, ein großer Schritt zur Reformation in der Schulerziehung. Die Montessori- Methode war vor allem im Ausland besonders erfolgreich: in Spanien, Schweden, Holland, England, Dänemark, in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Indien, usw. Nach dem ersten Weltkrieg siedelte sie nach Amerika, Spanien und später nach England über. 1922 kehrte sie für einige Jahre nach Italien zurück, wanderte dann aber aus, da sie von den damaligen Erziehungsmethoden in ihrer Arbeit behindert wurde. Während des 2. Weltkrieges verbrachte sie die meiste Zeit in Indien, um dann nach Europa zurückzukehren. Noch heute erlangt ihre Methode einen besonders hohen Stellenwert unter den neuen Erziehungsmethoden. Der Nationalverband der Montessori - Einrichtungen, mit Sitz in Amsterdam, organisiert von Zeit zu Zeit Tagungen. Auch in Italien erlangte die Methodik der Montessori - Erziehung beachtenswerte Bedeutung. Ihre Förderer in Italien sind der Nationalverein "Opera Montessori" und die Zeitschrift "Vita dell'infanzia"("Das Leben der Kinder"). Die Montessori Methode charakterisiert sich durch Selbsterziehung und dem Individualunterricht: Die Kinder des "Kinderhauses" können ihre Lieblingstätigkeiten wählen, und Materialien zur Sinnessensibilisierung benutzen: Durch diese freie Entfaltung und die Nutzung verschiedener Materialien, die auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt wurden, erzielt man bei den Kindern ein großes Maß an Ausgeglichenheit. Dadurch erlangen die Kinder eine Reife, die ihnen das Lesen und Schreiben schon mit 4 - 5 Jahren ermöglicht. Der Erzieher verschwindet nicht komplett, sondern fungiert als wissenschaftlicher Beobachter, der nicht sofort einschreitet, sondern das Kind mit geeigneten Materialien und Anregungen in seiner Entwicklung unterstützt. Maria Montessori, die zweifellos einen bedeutenden Beitrag zu der Erneuerung der Kindererziehung geleistet hat, schrieb viele Bücher:

  • "Die Methode der wissenschaftlichen Pädagogik in Bezug auf die Kindererziehung" (1909: es wurde später unter dem Titel "Die Entdeckung des Kindes", 1950, veröffentlicht);
  • "Die Selbsterziehung in der Grundschule" (1916);
  • "Das Lehrbuch der wissenschaftlichen Pädagogik"(1921);
  • "Die Geheimnisse der Kindheit" (1950).

Die wichtige Rolle der Maria Montessori wurde kürzlich dadurch anerkannt, dass der 1000 Lire Schein mit dem Portrait der Maria Montessori versehen wurde.

Istituto Nicolo Rezzara, Vicenza

 Quellen und Literatur

Bild: www.montessori.org.nz

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