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 geboren 9.12.1895 gestorben
1989
Dolores Ibarruri war eine spanische Politikerin
marxistischer Doktrin, die der kommunistischen Partei angehörte und deren
General Sekretärin sie war bis zu ihrem Asyl 1939.
Dolores wurde in Abanto y Ciérvana um 3 Uhr
nachmittags am 9. Dezember 1895 geboren. Ihr Vater, Antonio Ibárruri
war, als sie geboren wurde, 37 Jahre alt und ihre Mutter Juliana Gómez
30 Jahre alt. Am Standesamt wurde ihr der Name Isidora gegeben, im Taufregister
aber Dolores, und das war auch der Name, den sie ständig benutzte. Im
Geburtsregister wird diese Abweichung festgestellt, und 1978 auf Betreiben von
Dolores formell geändert. Sie war Nichte, Tochter und Gemahlin von
Bergarbeitern und gehörte dieser Welt der Arbeiter und speziell
Bergarbeiter in allen familiären Beziehungen an. Sie war von großer
Statur und korpulent und sie behielt ihr ganzes Leben lang den Ruf ein "Wesen
von 1000 Dämonen" zu sein, mit einem Temperament, was zu Reaktionen
führte wie Druckausüben, verwegen zu sein und die Energie, das
auszudrücken und zu tun, was sie für richtig hielt ohne sich
zurück halten zu müssen. Diese Eigenschaften wie auch ihr
Charakterzug hatte sie von ihrer Mutter geerbt.. Sie selbst behauptete: "Ich
war sehr rebellisch schon als Mädchen, gegen Ungerechtigkeiten reagierte
ich heftig. Wenn mich meine Mutter mal bestrafte ohne Grund, konnte ich
fuchsteufelswild werden. Auch erbte sie von ihrer Mutter den Vorbehalt
gegen bestimmte soziale Formen wie z.B. Trauerkleidung zu tragen. Das ganze
Leben lang würde Dolores Trauerkleidung tragen, zuerst wegen ihrer
Verwandten und dann wegen ihrer eigenen Kinder. Sie hatte 6 Kinder aber nur
Amaya überlebte sie. Die Biografen sagen, dass ihr Rednertalent sich
schon herausbildete, als sie noch ein kleines Mädchen war. Ihr Vater, der
"Karlist" war, und sehr bescheiden, mochte nicht zu den Versammlungen der
Karlisten-Partei gehen, sondern schickte seine Tochter Dolores, die in der
örtlichen Schule alle übertraf, und ihre Lehrerin wollte von der
Eltern die Erlaubnis, dass sie ein Studium für das Lehramt begann. Wegen
der wirtschaftlichen Not der Familie und der Vorurteile in jener Epoche (es
wäre ein sehr ehrgeiziger Traum, eine Lehrer-Karriere zu verwirklichen)
beschäftigten die Eltern sie in einem Haushalt. Sie lernte Schneiderei und
war sehr von Literatur angetan, wodurch sie eine wichtige Vorbereitung erwarb
und so hoch hinaus kommen konnte. Auf Grund ihrer Erfahrungen und in
Hinblick darauf, was im Land "passierte", schrieb sich Dolores bei der
Kommunistischen Partei ein und 1916 heiratete sie den kommunistischen
Führer Julián Ruiz. Nach ihrer Heirat und schon politisch militant
orientiert, fängt sie mit ihrem Pseudonym "La Pasionaria" (Die
Leidenschaftliche oder die Passionsblume) an, und sie schreibt ihren ersten
Artikel im "Minero Viscaino". So begann sie ihre gesellschaftlichen
Aktivitäten. Sie mobilisiert die Arbeiter, nimmt an Manifestationen teil
und 1930 wird sie als Mitglied des Zentralkomitees der Partei gewählt. Das
Komitee schickt sie als Delegierte zum 3. Kongress der Kommunistischen Partei
Spaniens.. In dieser Zeit trennt sie sich von Julián und etabliert sich
in Madrid, wo sie Redakteurin der Zeitung "Mundo Obrero" (Die Arbeiter-Welt)
wird. 1932 wird sie auf dem 4. Kongress als Verantwortliche der
Frauenkommission der Partei gewählt. Auf Grund ihrer starken und
provozierenden Reden und ihrer militanten Aktion auf kommunistischen
Veranstaltungen wird sie mehrere Male verhaftet und von den Behörden
verfolgt. Kurze Zeit danach tritt sie hervor als Abgeordnete der
kommunistischen Partei aus Asturien im spanischen Verfassungs-Abgeordnetenhaus.
Zu jener Zeit reist sie nach Moskau, wo sie mit Josef Stalin zusammentrifft.
1934 steht sie dem 1. Kongress der Frauenkommission vor, und dann nimmt sie am
Weltkongress der Frauen in Paris teil. Während des Bürgerkriegs in
Spanien war ihre Aktivität wesentlich, da sie zum Volk sprach, schrieb,
Reden veröffentlichte und sie begab sich an die Front. Es war in jenem
Augenblick, als sie den berühmten Satz sprach: "Lieber stehend sterben als
auf Knien leben". 1937 wird sie zur Vizepräsidentin des Cortes
(Abgeordnetenhaus) gewählt, wo sie darum kämpft, die Katholiken zu
verteidigen und für eine institutionelle Ordnung. Außerdem
unterstützt sie die Übersiedlung von zahllosen Spaniern in die
Sowjetunion und sie selbst übersiedelt in den kommunistischen Block, wo
sie Asyl erhält wegen des bestehenden Faschismus in Spanien. 1942 wird sie
zur Generalsekretärin der Partei gewählt, sie lernt russisch und
trifft mit vielen kommunistischen Autoritäten der Welt zusammen.
Später wurde sie in die Tschechoslowakei geschickt, um im
unabhängigen spanischen Radio Sendungen zu machen. Auf dem VI. Kongress
wird sie zur Präsidentin der Partei gewählt. Wenige Jahre später
wird sie mit dem Lenin-Orden für den Frieden geehrt, und sie erhält
von der Universität Moskau die Ehrendoktorwürde für Geschichte.
Ein Jahr nach dem Tod von General Franco entscheidet Dolores, nach Spanien
zurückzukehren. Zu der Zeit war sie 80 Jahre alt, von denen sie 38 Jahre
im Exil verbracht hatte, entfernt von der Heimat in der sie geboren
wurde. 1977 kehrt Dolores nach Asturien zurück, wo sie erneut als
Abgeordnete gewählt wurde. Zum Abschluss ihres Lebens nimmt sie an
Manifestationen teil, die die Mütter auf der Plaza de Mayo in Argentinien
unternehmen. La Pasionaria hat ihre Tätigkeit niemals aufgegeben, sie
starb 1989, ironischerweise im Jahr als die Mauer in Berlin fiel, im Alter von
94 Jahren in ihrer Geburtsstadt. An die große Frau erinnern namhafte
Dichter wie Rafael Alberti, Antonio Machada und Miguel Hernandez.
Außerdem hinterlassen die vielfältigen Veröffentlichungen wie
"Mir fehlte Spanien" aus dem Jahre 1984 und "Pasionaria, der Kampf und das
Leben" aus 1985 und "Erinnerungen von Dolores Ibárruri zwischen 1936 und
1977" eine gute Spur über das, was ihr Kampf war für die
sozialistischen Ideale von Gleichheit und die Rechte der
Unterdrückten.
Victoria Orenes Ruiz Dezember 2002
Diese Arbeit wurde realisiert durch Schriften
von
Ricardo Vázquez
Montalbán
Lorenzo Pena
Isabel Goig Soler
Bild: www.homolaicus.com,
www.uni-ulm.de

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