Clara Zetkin, geb. Eißner
 
Clara Zetkin

geboren am 5.Juli 1857 in Wiederau (Landkreis Rocklitz),
gestorben am 20.Juni 1933 in Archangelskoje


 Kurzbiografie

Clara Zetkin war die Führerin und maßgebliche Theoretikerin der deutschen proletarischen Frauenbewegung.Von 1892 bis 1917 leitete sie die Redaktion der sozialistischen Frauenzeitschrift: Die Gleichheit.

Von Ihrer Mutter lernte Clara Zetkin die Ideen der Revolution von 1848 und der Frauenemanzipation kennen.

Der Vater, ein Dorfschullehrer, bereitete die Tochter auf das Gymnasium vor. Mit 15 Jahren trat Clara in das Steybersche Lehrerinnenseminar in Leipzig ein, wo sie 1878 die staatliche Prüfung mit Auszeichnung bestand. Auguste Schmidt, die Seminarleiterin und Mitbegründerin des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, förderte die intelligente Schülerin sehr, wandte sich jedoch von von ihr ab, als Clara eine Beziehung mit dem russischen Revolutionär Ossip Zettkin einging und sich für die SPD engagierte. Auch ihre Familie nahm an ihrem „roten Freund" Anstoß.

Clara übernahm bei einem Fabrikanten eine Stelle als Hauslehrerin; nach zwei Jahren wurde sie wegen heftiger Kritik an ihrem Arbeitgeber entlassen. Auch ihre nächste Anstellung mußte sie wegen ihrer radikalen Ansichten aufgeben.

1882 ging Clara Zetkin nach Zürich, wo sie Ossip wiedertraf. Sie beteiligte sich an der Herstellung sozialistischer Literatur, die nach Deutschland eingeschmuggelt werden sollte.

Im Kontakt mit Julius Motteler, der ein wichtiger Wortführer im Kampf um die Gleichberechtigung der Frau war, reifte ihr Entschluß, sich für die Frauenfrage einzusetzen.

1833 ging Clara mit Ossip nach Paris, dem damaligen Zentrum der internationalen sozialistischen Bewegung. Sie nahm Ossips Namen an, heiratete ihn jedoch nicht, um die Deutsche Staatsbürgerschaft nicht zu verlieren. Für den Unterhalt ihrer zwei Söhne mußte sie nach Ossips frühem Tod allein aufkommen. Dennoch engagierte sie sich mit vollen Kräften für den Sozialismus. Auf der II. Internationale 1889 in Paris hielt sie ein Referat, das wesentlich dazu beitrug, daß sich die Partei verpflichtete, die Einbeziehung der Frauen und Mädchen in die sozialistische Bewegung durchzusetzen. Diese programmatische Rede wurde unter dem Titel Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart 1889 als Buch herausgegeben und wurde zur Grundlage der Frauenemanzipationstheorie der Partei.

Nach Aufhebung des Sozialistengesetzes kehrte Clara Zetkin 1890 nach Deutschland zurück. Sie mußte zunächst als Annoncenwerberin arbeiten, weil ihr selbst August Bebel keine Stellung in der Partei verschaffen konnte. Die Vorurteile gegen Frauen waren in der SPD noch zu groß. Im Jahre 1892 wurde Clara Zetkin jedoch die Redaktion der Gleichheit angeboten, die sie 25 Jahre lang leitete, und die als ihr Lebenswerk bezeichnet werden kann. Durch dieses einflußreiche Sprachrohr wurde sie zur Leitfigur der proletarischen Frauenbewegung.

Text: Mathilde Block 1999

 Quellen und Literatur

Quelle:
Aus Geschichte der Frauenemanzipation in Deutschland und Österreich, v. Daniela Weiland

Literatur

Primärliteratur:

Clara Zetkin: 1889 Die Arbeiterinnen-und Frauenfrage der Gegenwart.

Sekundärliteratur:

K. Bauer, ClaraZetkin und die proletarische Frauenbewegung.Bln.1978

L.Dornemann, Clara Zetkin. Leben und Wirken, Bln. 1957

R.J. Evans, Sozialdemokratie und Frauenemanzipation im deutschen Kaiserreich. Bln./Bonn 1979

K.Honeycutt, Clara Zettkin. A left-wing socialist and feminist in Wilhelmian Germany, Columbia 1975

C.Zettkin, Ausgewählte Reden und Schriften. 3 Bde., Bln.(DDR) 1960

Bild: www.fan2003.de

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