Geboren am 24.02. 1826 in Vallendar als erstes Kind.
Vater Johann Georg, Beruf: Ölmüller in der Klostermühle Schönstatt.
Mutter: Agnes Breitbach entstammt einer Schifferfamilie.
Margareta hat noch zwei Schwestern, Maria Anna
und Christine.
Tod der Mutter 1832.
Wiederverheiratung des Vaters mit
Witwe Anna Helene Richarz geb. Fuchs in Erpel.
Sie brachte 4 Kinder mit in die Ehe.
Das Ehepaar Flesch bekam noch zwei Jungen, dann Umzug und Kauf der Keltermühle
im Fockenbachtal (1837).
Von dort ging Margareta regelmäßig in die Volksschule nach Niederbreitbach.
Erste Hl. Kommunion1840 in Heimatgemeinde Waldbreitbach. Firmung 1844 in Waldbreitbach
durch Bischof von Trier.
1851 Margareta zog in eine Klause an der Kreuzkapelle.
1861 Eintragung ins Grundbuch, Baubeginn eines Hauses, um Kinder zu beherbergen
und zu unterrichten.
Profess am 13.03. 1863 und Gründung der Ordensgemeinschaft
und Anschluss an den Franziskanerorden.
Das Wirken der Margareta Rosa Flesch:
Vor ihrem 40. Lebensjahr sammelte Margareta Flesch bis zur Gründung ihrer Klostergemeinschaft
in Waldbreitbach ausschließlich arme Mädchen um sich, unterrichtete sie in Haushaltsführung und sorgte für ihren Lebensunterhalt.
Sie verhinderte somit den Verkauf der Kinder an die umliegenden Dörfer.
Die örtlichen Behörden gewährten ihr Kredit für den Bau eines Hauses auf dem Berg von Waldbreitbach.
Das Eigenkapital erarbeiteten die jungen Frauen, die in Scharen auf den Berg kamen, mit Krankenpflege und Hausbesuchen.
Sie verkauften ihre kunstvollen Handarbeiten im Umland von Neuwied an betuchte Familien.
Für eine Jacke bekamen sie so viel Geld wie ein Tagelöhner in einem Jahr Lohn bekam.
Margareta Flesch ging von Haus zu Haus und bettelte um Spenden. Ihre Schutzbefohlenen sammelten unter ihrer Anleitung Kräuter
in Wald und Flur für die Kranken. Die Bauern stellten ihre Ochsenkarren für die weiten Entfernungen in die Stadt zur Verfügung.
Nachdem unter ihrer Federführung innerhalb von 10 Jahren 22 Krankenhäuser, eine Irrenanstalt, etliche Nähschulen und Bewahranstalten
entstanden sind, musste Margareta Flesch den Vorsitz an eine andere Mitschwester abtreten. Die neue Oberin kam aus einem reichen Haus und wollte
Margareta Fleschs Einstellung zur absoluten Armut und der schweren Arbeit nicht mittragen. Es kam zum Eklat innerhalb der Kommunität.
Margareta Flesch wurde mit einem Schweigegebot in eine entlegene Filiale gesandt. Selbst den Gottesdienst und die Sakramente verweigerte ihr der Beichtvater,
der in die Intrigen verwickelt war. Sie durfte erst 3 Jahre vor ihrem Tod ins "Mutterhaus" zurückkehren. Auch dort blieb sie unerkannt und starb,
ohne von ihren Mitschwestern als Gründerin anerkannt und geehrt zu werden.
Unauffindbar blieben die weltlichen und kirchlichen Dokumente.
Anhand von Jahreszahlen bekommt das Leben von Margareta Flesch eine Struktur.
Die Früchte eines Lebens, wie das von Margareta Flesch, genannt Mutter Rosa,
gibt der Region Westerwald ein neues Gesicht.
Faszinierend ist das Erbe dieser bescheidenen Frau, die 21 Filialen rund um Waldbreitbach ins Leben gerufen hatte.
Die Waldbreitbacher Franziskanerinnen sind ein wichtiger Arbeitgeber in der industriearmen Region.
Die Franziskanerinnen von Waldbreitbach bereiten sich in diesem Jahrtausend auf die Seligsprechung ihrer Gründerin vor.
Einkleidung 06.10.1863, Einkleidung 29.04.1864
Gründung 03.05.1864 in Waldbreitbach am Klosterberg mit 3 Schwestern.
Erweiterungsbauten
des Mutterhauses 1864-1874.
1864 gründete Friederich Wilhelm Raiffeisen in Neuwied die erste Spar- und Darlehnskasse.
Waldbreitbach gehört zum Kreis Neuwied.
Filiale Oberzissen
mit Gründung von Krankenpflege Haushalts- Handarbeit- und Kinderaufbewahrungsschule 03.05. 1864
mit 3 Schwestern.
Filiale Gründung Elisabethkrankenhaus
und Gründung der in Wandern 05.02.1865
mit 3 Schwestern.
Filiale Ruwer / Trier
mit Krankenpflege, Handarbeit und Kinder Bewahrschule für Kinder 11.01. 1866 mit 3 Schwestern.
Filiale Cochel
17.02.1867 Krankenpflege mit 3 Schwestern.
Filiale in Bendorf/ Koblenz
St. Josefshaus Krankenpflege Handarbeit und Kinder Bewahrschule mit 2 Schwestern.
Filiale Neuwied
Waisenhaus Krankenpflege Handarbeits- und Kinder Bewahrschule 3 Schwestern.
Filiale Niederbreisig
St. Josefshaus Krankenpflege Handarbeits- und Kinder Bewahrschule mit 3 Schwestern.
Filiale Andernach
St. Josefshaus Krankenpflege Handarbeits- und Kinderbewahrschule 07.12.1867 mit 3 Schwestern.
Filiale Niederwenigern / Krs. Hattingen
St. Elisabethkrankenhaus 15.07.1871 mit 3 Schwestern.
Filiale Engers
Kankenhaus St. Augustin und Handarbeit und Kinder Bewahrschule am 10.11.1868 mit 3 Schwestern.
Filiale Völklingen / Krs Saarbrücken
26.10.1868
Knappschafts- Krankenhaus mit 4 Schwestern.
Ewige Profess Mutter Rosa 19.06.1868
Filiale Lieser
St. Josefshaus Krankenpflege und Hausarbeit und Kinder Bewahrschule 02.02.1868 mit 2 Schwestern.
Filiale Hermelskeil
St. Josef-Krankenhaus Krankenpflege und
Handarbeits- und Bewahrschule mit 3 Schwestern.
Filiale Farschweiler /Krs Trier
01.05.1869 Krankenpflege mit 2 Schwestern.
Filiale Trier
Marienkrankenhaus 1870.
Filiale Trier Euten
Auflösung kurz danach wegen Ausbruch des Krieges und Schwesternmangel.
Filiale St. Wendel
Marienkrankenhaus 1872
Genehmigung der Regierung in Koblenz für Mutter Rosa für eine "Private Kranken und Irrenanstalt"
1873. 10 jähriges Bestehen der Gemeinschaft 13. 03. 1873.
Filiale Gebhardshain Krs Altenkirchen1874
Filiale Mudersbach/ Krs.Altenkirchen
St. Josefshaus Krankenpflege, Handarbeitsschule mit 3 Schwestern.
Filiale Saarlouis St. Elisabethkrankenhaus mit 3 Schwestern Letzte Gründung Mutter Rosas.
1900 erkrankte Mutter Rosa schwer.
Margareta Rosa Flesch starb 25.03.1906 um 9:30 in Waldbreitbach
in ihrem Kloster.
Beim Tod der Gründerin hatte die Gemeinschaft 67 Niederlassungen,
690 Professschwestern, 196 Novizinnen
und 41 Postulantinnen.
12.12. 1912 durch PiusX Päpstliche Anerkennung der Gemeinschaft unter dem Titel
Franziskannerinnen der allerseligsten Jungfrau Maria von den Engeln ( FBMVA)
Herr Dr. Wink recherchierte schon 1943. Jedem Kind auf der Straße rund um Waldbreitbach nahe bei Koblenz
ist Margareta Flesch ein Begriff. Es ranken sich Geschichten und wunderbare Sagen um das Leben von Margareta Flesch.
Straßen sind nach ihr benannt worden. Der Kirchenhistoriker Friedrich Albert Boeteken 1878-1961, der geistliche
Rektor Jakob Albert Backes 1910-1988 und die Benediktinerin Sr. Maura Böckeler 1878-1971 sammelten bis 1963 alles,
was sie aus der Umgebung in Erfahrung bringen konnten. Von der Ordensfrau ist bekannt, dass sie als junge Frau und später
als Mutter Rosa konsequent die göttlichen Pläne, Heime für Kranke und Alte zu bauen, in die Tat umsetzte.
Wurde sie von kirchlicher oder weltlicher Seite in seelische Bedrängnis gebracht, waren Stille und Gebet die Wurzeln für
ihre klare Erkenntnis und festen Entscheidungen.
Die neuen wissenschaftlichen Arbeiten für die Seligsprechung zum 100. Todestag von Mutter Rosa 2006 verdanken die Schwestern
dem Kirchenhistoriker Dr. Hans Joachim Kracht, Sr. Engeltraud Bergmann und dem Archivar Herrn Wolfgang Scherer.
Das war ein langwieriger Prozess. Bis auf den letzten Buchstaben wurde das Leben von Margarete Flesch durchleuchtet.
Der Öffentlichkeit bekannte Menschen wie Adolf Kolping (1813-1865) und Anna Maria Tauscher, (1855-1938)
Begründerin der Carmeliterinnen, Maria Theresia von Jesu Gerhardinger, Begründerin der Armen
Schulschwestern v. U:L:Fr.(1797-1879) waren ebenso Margareta Flesch`s soziale Mitstreiter.
Alle lebten die Nachfolge Christi im "Einsatz Gottes" ( H.U.V. Baltharsar) für die Menschen, traten ein für Bildung,
gelegen oder ungelegen, öffneten ihre Häuser den Schwachen, Kranken, den Sündern und den Ungerechten.
Flyer weisen auf ein Kinderprojekt Madre Rosa zur Verhinderung der Kinderkriminalität in Brasilien. Das Sitio Revivre,
ein Begleit- und Integrationsprojekt für junge drogenabhängige Frauen, existiert in Brasilien. Auch hier wird das Wirken
von Margareta Flesch spürbar, sich schwachen Frauen anzunehmen. Im Laufe der Jahre gründeten die Franziskanerinnen
in Deutschland Krankenhäuser und Reha-Kliniken. Eine Klinik für Psychiatrie steht neben dem Gründungskloster auf
dem Berg von Waldbreitbach. In den dortigen Klosteranlagen treffen sich das ganze Jahr über Menschen zu Fortbildung
jeglicher Art. In Bad Kreuznach entstand eine Einrichtung für Obdachlose. Familien in Not finden auch hier eine Anlaufstelle.
Vergleicht man das Deutschland und die Welt von vor hundert Jahren mit der Welt von heute, fragt man sich zu Recht,
wie es möglich ist, dass trotz steigender Zivilisation und Lebensstandart ein so gravierender Notstand an sozialen
Einrichtungen besteht. Seelische und körperliche Nöte werden hier, grausam sichtbar, aufgefangen von dem selbstlosen
Einsatz der Ordensfrauen und ihrer Helfer.
Mutter Rosa war nicht immer im Gespräch. Lange verschwiegen die eigenen Oberinnen ihre Gründerin.
Das ist ein dunkles Kapitel in der Chronik der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, an dem sie noch zu knapsen haben.
Margareta Flesch wird heute zu Recht geehrt und verehrt und die Dankbarkeit steht den Schwestern auf der Stirn geschrieben.
Sie warten gespannt auf das grüne Licht zur Seligsprechung in Trier 2006.
Text: Ellen-Ingrid Kahrmann 2006
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