Hedwig Dohm


Hedwig Dohm: "Die Frau soll studieren, weil sie studieren will, weil die uneingeschränkte
Wahl des Berufs ein Hauptfaktor der individuellen Freizeit, des individuellen Glücks ist."

Geboren 1833 in Berlin, als 11. von 18 Kindern, gestorben 1919 in Berlin.



 Kurzbiografie

Nach einer unglücklichen Kindheit in einer gutbürgerlichen Fabrikantenfamilie, die durch Mangel an geistiger Anregung geprägt war, wurde Hedwig Dohm von den Ereignissen der 48er Revolution in unmittelbarer Nähe ihres Wohnumfeldes, in ihrer Einstellung zu Gesellschaft und Politik entscheidend geprägt. Sie forderte schon 1873 das Frauenstimmrecht.

Mit 19 Jahren heiratete Hedwig den Humoristen und Chefredakteur des satirischen Wochenblattes "Kladderradatsch", Ernst Dohm.

Trotz ihrer 4 Kinder - ein Sohn starb früh - widmete sie sich ihrer geistigen Bildung. Ihr Mann führte sie in die Künstler- und Intellektuellenkreise Berlins ein. Jetzt hatte sie die Möglichkeit an politischen Debatten teilzunehmen.

Lassalle, Humboldt, Varnhagen, Fanny Lewald, Hans von Bülow, Karl Begas verkehrten im Dohmschen Salon. Mit 40 Jahren entwickelt sie sich zu einer der radikalsten Kämpferinnen für die Rechte der deutschen Frauen und blieb bis ins hohe Alter in dieser Sache engagiert.

Text: Mathilde Block 1998


 Quellen und Literatur

Quelle:
Plessen, Elisabeth, Hedwig Dohm (1848 - 1930), in: Hans Jürgen Schultz (Hrsg.) Frauen. Porträts aus zwei Jahrhunderten. Krenz Verlag, Stuttgart 1981, S. 128 - 141.

Literatur

Primärliteratur

1872 Erste Schrift: Was die Pastoren denken, neu hrsg. von Berta Rahm, Ala-Verlag, Zürich, 1986.
Eine Auseinandersetzung mit theologischen Meinungen zur Frauenfrage.

1873 Zweite Schrift: Jesuitismus im Hausstand.
Forderung oekonomischer Unabhängigkeit der Freu und ihr Stimmrecht.

1874 Dritte Schrift: Die wissenschaftliche Emanzipation der Frau, hrsg. und kommentiert von Berta Rahm, Ala-Verlag, Zürich, 1986.
Wissenschaftliche Aufklärung der Frau. Zulassung zum Medizinstudium - "dies zu verweigern ist Menschenverachtung!".

1876 Vierte Schrift: Der Frauen Natur und Recht. Neu hrsg. von Berta Rahm, Ala-Verlag, Zürich, 1986.
Parole: Menschenrechte haben kein Geschlecht.

Die Antifeministen. Ein Buch der Verteidigung, neu hrsg. vom Verlag Arndtstraße, o.J.

1891 "Plain air"

1897 "Schicksale einer Seele" (1902 im S, Fischer-Verlag), neu hrsg. vom Verlag Frauenoffensive, 1988.

1899 "Christa Ruland"
Form: Frauen beschreiben, bekennen, beichten ihr Leben in Briefen an einen Freund, an die Mutter, an die Schwester. Bekenntnisse Suchender mit zwiespältigem Lebensgefühl.

1903 "Die alte Frau"
"Untätigkeit ist der Schlaftrunk, den man dir alte Frau, reicht. Trink ihn nicht! Sei etwas! Schaffen ist Freude und Freude ist fast Jugend."

1894 Wie Frauen werden - Werde die du bist. Neu hrsg. vom Verlag Arndtstraße, o.J.
 Die neue Mutter. Zusammenstellung von Schriften von Hedwig Dohm und über sie, hrsg. von Berta Rahm, Ala-Verlag, Zürich, 1986.

Sekundärliteratur

Plessen, Elisabeth, Hedwig Dohm (1848 - 1930), in: Hans Jürgen Schultz (Hrsg.) Frauen. Porträts aus zwei Jahrhunderten. Krenz Verlag, Stuttgart 1981, S. 128 - 141.

Meßner, Julia: Mehr Stolz, Ihr Frauen! Hedwig Dohm - Eine Biographie. Schwann-Verlag, Düsseldorf, 1987.
Brandt, Heike: Die Menschenrechte haben kein Geschlecht. Die Lebensgeschichte der Hedwig Dohm. Beltz, Weinheim 1989.

Bilder: gutenberg.spiegel.de
             www.fembio.org



 Links

Aufsatz von Carmen Stadelhofer

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