Frankreich zur Zeit der Revolution von 1789
König Ludwig XVI ruft die Generalstände erst ein, als bereits die Mißstände im Staat und die Not der Bevölkerung ein solches Ausmaß erlangt haben, daß grundlegende Reformen sofort verlangt werden. Als der Finanzminister Necker entlassen wird, stürmt das Volk am 14. Juli 1789 die Bastille, das Gefängnis von Paris, Symbol der Unterdrückung. Die Versammlung der Generalstände erklärt sich als verfassunggebende Nationalversammlung (La Constituante) und verabschiedet die Erklärung der Mensch-und Bürgerrechte. Mit der Verfassung von 1791 wird Frankreich eine konstitutionelle Monarchie. Aber schon 1792 schafft der Konvent (La Convention Nationale) das Königtum ab und verkündet die Republik. Ludwig XVI wird verurteilt und 1793 im Frühjahr hingerichtet, nachdem er sich nicht den republikanischen Gesetzen unterordnen wollte. Mit den Girondisten und Jakobinern beginnt die Schreckensherrschaft. Innerhalb weniger Wochen sterben mehr als tausend Gefängnisinsassen. Der Mord am König veranlaßt Preußen und Österreich dem revolutionären Frankreich den Krieg zu erklären. Zunächst können die französischen Truppen den Angriff abwehren. Sie besetzen Gebiete jenseits der französisch-deutschen Grenze und etablieren in der Pfalz mit Hauptsitz Mainz eine Republik. Die neuen freiheitlichen Gedanken breiten sich auch im übrigen Deutschland aus. Aber die Opposition gegen die deutschen Feudalherren wird in blutigen Kämpfen unterdrückt. Die Mainzer Republik wird aufgelöst. Im Inneren Frankreichs wird das zentrale Exekutivorgan, der Wohlfahrtsausschuß, von den Jakobinern eingerichtet. Der Terror verschärft sich und von den Mitgliedern des Wohlfahrtsausschusses setzt sich schließlich allein Robespierre durch. Aber auch er wird schließlich gestürzt und hingerichtet. Die gemäßigten Republikaner gewinnen wieder an Einfluß. Mit der Bildung des Direktoriums entsteht eine bürgerliche Klassenherrschaft. 1799 kommt Napoleon durch einen Staatsstreich an die Macht. Er führt ein streng zentralistisches Herrschafts- und Verwaltungssystem ein. In Europa versammeln sich die Herrscher zum Krieg gegen Napoleon, der unbesiegt bis Moskau ziehen kann. Dort erst findet seine Macht ein Ende. In den Freiheitskämpfen von 1813 werden die deutschen Gebiete wieder frei. Die königliche Familie kehrt nach Berlin zurück. In Wien versammeln sich die Fürsten Europas, um die alten Verhältnisse wiederherzustellen. Napoleon versucht mit der "Herrschaft der Hundert Tage" noch einmal seine Macht wiederzugewinnen. Diese bricht endgültig mit der Niederlage von Waterloo. Mit den Beschlüssen Metternichs beginnt die Zeit der Restauration,
die keine politische Freiheit für die Bürger duldet. Die Salons, die
vorher von Frauen geführt wurden, werden durch die männlich
dominierten Salons abgelöst, von denen die Frauen weitgehend
ausgeschlossen sind.
Erdmute Dietmann-Beckert, November 1998 |